In unserem zweiten Teil wollen wir die Techniken zur Geschäftsmodellentwicklung erweitern. Eine unerlässliche Voraussetzung für jedes Produkt ist es, einen Wert für den Nutzer zu schaffen. Nur wie schaffen wir es unerforschtes zu entdecken oder sich etwas vorzustellen was nicht existiert?

Ich möchte Ihnen weitere Methoden zeigen die das Erschaffen von Neuen ermöglicht, Optionen generiert und hilft, gedankliche Grenzen zu überschreiten.

 Visuelles Denken

Erhöhen Sie die Qualität Ihrer Diskussionen mit visuellen Techniken. Diese sind unverzichtbar um komplexe Sachverhalte und gegenseitige Beziehungen einfach und verständlich darzustellen.

Verwenden Sie Bilder, Skizzen, Diagramme und PostIts um Ihrem Geschäftsmodell Bedeutung zu verleihen und den gemeinsamen Schaffensprozess zu erleichtern.

Die Visualisierung ist Ihr konzeptioneller Anker an dem Sie Diskussionen festmachen können. Es schafft ein gemeinsames Verständnis, fördert den Dialog und regt Ihren Forscher Instinkt an.

PostIts als Instrument strategischer Diskussionen

Ein Ideenbehälter der hinzugefügt, entfernt und verschoben werden kann. Sie haben die Möglichkeit Ihre Argumente nicht sofort fixieren zu müssen wenn Sie sich noch in der Diskussion befinden. Achten Sie darauf nur ein Argument pro PostIt zu schreiben, einen dicken Filzstift zu nehmen und nur ein paar Wörter zu verwenden.

Zeichnungen als Auslöser für Emotionen.

Menschen reagieren stärker auf Bilder als auf Worte. Ein Bild übermittelt die Botschaft direkt, wofür Sie ansonsten viele Worte brauchen. Es hilft Dinge begreifbar und verständlich zu machen.

Die meisten Menschen scheuen sich davor zu zeichnen. Sie denken Sie könnten das nicht, es ist Ihnen peinlich oder zu kindisch. Trauen Sie sich z.B. Ihre Kundin in Ihrem Umfeld zu skizzieren, welche Hobbys hat sie, wo wohnt sie. Mit solchen Zeichnungen ist es wahrscheinlicher konstruktive Diskussionen auszulösen.

Nutzen Sie das Vorgehen, aus dem letzten Beitrag „Neun Schritte zum innovativen Geschäftsmodell“, als Grammatik Ihrer Visualisierung. Sie schaffen eine Struktur an welcher Stelle Informationen eingefügt werden müssen und vereinfachen damit die Realität der komplexen Strukturen, Prozesse und Systeme im Unternehmen. Es bietet dem Betrachter die Möglichkeit das große Ganze zu erfassen ohne von zu vielen Details abgelenkt zu werden.

Anstatt vieler Worte  können Sie mit einem Bild wechselseitige Abhängigkeiten leichter ausdrücken und erfassen. Da der Mensch nur eine begrenzte Anzahl an Ideen in seinem Kurzzeitgedächtnis speichern kann, ist es notwendig die Informationen in einem begreifbaren und beständigen Objekt darzustellen. Nutzen Sie die gemeinsame Struktur und erarbeiten Sie sich eine gemeinsame visuelle Sprache um das Verständnis und den Teamzusammenhalt zu verbessern. Das Visualisieren ist die effektivste Methode um Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen auf ein gemeinsames Verständnis zu bringen damit diese in dieselbe strategische Richtung gehen können.

Fördern Sie Ideenreichtum spielerisch

Spielen Sie mit den einzelnen PostIts. Entfernen Sie aus den einzelnen Geschäftsmodellbereichen ein Element und schauen was passiert. Stellen Sie die Frage „Was wäre wenn…?“. Durch die Visualisierung können Sie die systemischen Folgen durchdenken die durch das Entfernen des Elements entstehen.

Erzählen Sie eine Geschichte

Ihre Ideen und Geschäftsmodelle müssen oftmals intern und extern vermittelt werden um z.B. Fördermittel oder Managementunterstützung zu erhalten. Nutzen sie die Kombination aus Bildern und Wörtern und erzählen eine Geschichte. Erarbeiten Sie Ihr Geschäftsmodell und visualisieren Sie jedes Element. Legen Sie sich eine Handlung zurecht und nehmen Sie die Postits ab. Nun können Sie Ihre Geschichte erzählen und dabei nach und nach die einzelnen Elemente als Visualisierung anbringen. Die Zuhörer werden Ihnen leichter folgen. Sie identifizieren sich sofort mit den Bildern und erfassen dadurch schneller was getan werden muss und wie die Zukunft aussehen kann.

Prototyping

Vertrauen Sie Ihren Vorurteilen? „Wenn wir Zeit hätten wäre das Prototyping sicher eine Option.“ „Wir haben unsere Marktstudie und können uns dadurch das Prototyping sparen.“

Wo wollen Sie sein? Ganz vorne bei den ersten oder eher im hinteren Drittel? Die geistige Grundhaltung beim Prototyping entspricht einer komplett anderen als die beim Analysieren einer Marktstudie.

Ein Prototyp kann eine einfache Skizze sein oder auch ein erstes haptisches Modell. Nutzen Sie Material wie Knete und Legobausteine, legen Sie Kartons, Papier, Schere und Kleber bereit. Es zwingt uns dazu strukturelle, beziehungsorientierte und logische Fragestellungen anzugehen, die durch das bloße Nachdenken nie möglich gewesen wären. Es schafft ein besseres Verständnis, dessen zu entwickeln was sein könnte. Sie ergründen spezielle, tiefere Aspekte Ihrer Ideen und können abstrakte Konzepte (be)greifbar machen.

Achtung! Sie benötigen eine Bereitschaft, grobe Ideen zu ergründen, sie rasch zu verwerfen und sich Zeit zu nehmen unterschiedliche Versionen und Möglichkeiten zu untersuchen, ehe Sie einige davon verfeinern. Gerade die Grobheit der ersten Prototypen ist beabsichtigt und für den Prozess elementar. Akzeptieren Sie die Ungewissheit bis eine gestalterische Richtung heranreift. Dies ist eine Voraussetzung für die Schaffung neuer Geschäftsmodelle. Erstellen Sie zahlreiche Prototypen die provokant sind, ein bisschen verrückt sind und zum Denken anregen. Dadurch werden  Sie zu Wegweisern auf Ihrer hartnäckigen Suche nach der besten Lösung.

Nutzen sie Prototyping und wechseln Sie Ihre Orientierung weg vom Entscheiden, hin zum erschaffen neuer Möglichkeiten.

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Inspiriert durch Alexander Osterwalder & Yves Pigneur

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