Die Datenübertragung von gestern – und von morgen

Wissenschaftler arbeiten bereits seit einigen Jahren an der Technologie: Anstatt „langsames“ WLAN, sollen die Daten direkt mit Licht übertragen werden. Die theoretische Geschwindigkeit scheint unschlagbar.

Wir alle sind in unseren Arbeitswelten von heute schon lange an hochverfügbare Wireless Netzwerke gewöhnt und unsere Mitarbeiter nutzen den kabellosen Datentransfer als eine willkomme Erweiterung der mobilen Arbeitsmöglichkeiten. Und auch wenn man fortschrittskritisch postulieren könnte: „Weniger als gar kein Kabel geht nicht“, ist die Entwicklung in diesem Bereich alles andere als stehengeblieben. Die gläserne Decke in WLAN Netzen ist nicht die kabellose Mobilität, denn besser als ganz ohne Kabel können Kabelverbindungen in der Tat nicht werden – es ist vielmehr die Datenrate, also die bereitgestellte Übertragungsgeschwindigkeit. Und auch hier scheint es erfolgversprechend, sich an alten Prozessen zu orientieren und diese ganz einfach konsequent zu digitalisieren.

Wie ein Leuchtturm – nur eine Milliarde mal schneller
Deutsche Wissenschaftler experimentieren derzeit damit, eine Übertragungsform, die die Menschen seit tausenden von Jahren auf Schiffen und auf Leuchttürmen einsetzten auf das nächste Level zu bringen. Li-Fi steht für Visible-Light-Communication (VLC), das heißt, Daten werden nicht mehr via Funk, sondern optisch mit Hilfe von Lichtimpulsen übermittelt. Es wäre also möglich, dass Ihr Repeater im Büro in der Zukunft mit einer Glühbirne ersetzt wird.

Dazu flackert ein LED Strahler und erzeugt so Daten in immenser Geschwindigkeit. Das menschliche Auge kann die Impulse nicht wahrnehmen, doch bei entsprechenden Empfängern stehen Datenraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde zur Verfügung. So könnten Sie alle 5 Sek. einen kompletten HD Film downloaden. Sieht man genauer hin, dann findet man heraus, dass Li-Fi bereits einige Jahre alt ist, bereist 2007 hat Samsung begonnen, in diesem Bereich Patente anzumelden und hält inzwischen 25 davon. Potential scheint es also durchaus zu haben. Attraktiv macht die Technologie nicht nur die immense potentielle Geschwindigkeit, sondern auch die Sicherheit der Daten. Licht dringt aus geschlossenen Räumen nicht nach außen, das Übertragungsnetz kann also weder angezapft noch ausgespäht werden.

 

 

Nichts ist schneller als Licht – leider auch nicht die nötige Infrastruktur
Hier erkennt man allerdings auch schon die ersten Probleme der neuen Technologie: Werden Daten über sichtbares Licht übertragen, dann dürfen sich zu keinem Zeitpunkt Hindernisse zwischen Lichtquelle und wireless-Empfänger befinden, ansonsten bricht die Datenübertragung sofort ab. Sie sitzen also in einem 24/7 beleuchteten Zimmer, das Sie nie verlassen, oder installieren in jedem Gang Li-Fi Strahler.

Eine Infrastruktur für die Li-Fi Technologie existiert bisher auch noch nicht. Sicher kann man bestehende Geräte umrüsten und mit entsprechenden Adaptern ausrüsten, doch eine Anschaffung für alle Endgeträte des Unternehmens ist aufwendig und kostenintensiv. Ferner müssten Sie alle LED Glühbirnen in Ihrem Gebäude nicht nur mit Strom sondern auch mit Ethernet-Zugängen verkabeln…und den ganzen Tag brennen lassen – wir hören schon die Umweltbeauftragten.

Gut Ding will Weile haben: Anwendungsgebiete von Li-Fi noch in der Testphase
Es wird trotz der mannigfachen Patente, die im VLC Bereich angemeldet wurden sicher noch eine Zeit dauern, bis man sinnvolle und störungsfreie Anwendungsgebiete für die Technologie gefunden hat. Doch gerade bei datenintensiven Prozessen in kontrollierten Umgebungen im Industrie- oder Kommunikationsbereich bietet Li-Fi große Zukunftspotentiale.

 

Wir bleiben dran – und installieren in unserem Büro schon mal LED Lampen.

 

Quellen:
t3nibtimesgreyb

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